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Ein umfassender Systemvergleich

Private vs. Gesetzliche Krankenversicherung

Mit der neuen Versicherungspflichtgrenze von 77.400 € für das Jahr 2026 stehen mehr Angestellte und Selbstständige denn je vor der Frage: Bleibe ich im solidarischen System der GKV oder wechsle ich in das vertraglich garantierte System der PKV?​
 

Während das solidarische System der GKV unter zunehmendem Kostendruck steht, bietet die PKV vertraglich fixierte Leistungen. Die Entscheidung zwischen diesen zwei Systemen ist eine strategische Weichenstellung: Was heute für dich finanziell sinnvoll erscheint, muss auch morgen zu deinen gesundheitlichen Ansprüchen passen.

Beitrags-Check: Wer zahlt wo was?

Die Kostenstruktur unterscheidet sich grundlegend: In der GKV orientiert sich dein Beitrag prozentual an der Höhe deines Einkommens, während die PKV die Beiträge anhand deines individuellen Risikoprofils kalkuliert.

Wichtiger Tipp: Vergleiche niemals nur die Bruttobeiträge. Erst nach Abzug der Steuererstattung und Einrechnung der Selbstbeteiligung steht der reale Nettobeitrag.

GKV:
Das Einkommensprinzip​

  • ​Rechenbasis: 14,6 % Basissatz + kassenindividueller Zusatzbeitrag (Ø 2,9 %) + Pflegeversicherung.

  • Die Grenze: Bei einem Bruttoeinkommen von 77.400 € (über der BBG) zahlen Sie ca. 1.261 € monatlich (Gesamtbeitrag).

  • Nettobelastung: Als Angestellter tragen Sie davon ca. 648 € selbst.

PKV: 

Das Leistungsprinzip​

  • Basis-Schutz: 420 € – 500 € (Vergleichbar mit GKV-Leistungen)

  • Premium-Schutz: 700 € – 850 € (Spitzenmedizin, Einbettzimmer, Chefarzt)

  • Arbeitgeber-Hebel: Dein Chef zahlt bis zu 508,59 € plus die Hälfte deiner Pflegeversicherung (Stand 2026) dazu.

Nutze die Tabelle, um deine persönliche Tendenz zu bestimmen.

Entscheidungshilfe: Wer profitiert in welcher Situation?

Berufsgruppe
PKV vorteilhaft
GKV vorteilhaft
Studenten
Bei eigenem Einkommen
Bei gesetzlicher Familienversicherung über die Eltern
Beamte
Fast immer, da die staatliche Beinhilfe 50 - 80 % der Kosten deckt
Selten, da der volle Beitrag ohne Beihilfezuschuss gezahlt werden muss
Selbstständige
Ab einem monatlichen Einkommen von 3000 € Brutto
Bei monatlichen Brutto-Einnahmen von weniger als 3000 €
Angestellte
Ab einem Jahreseinkommen von 77.400 € Brutto
Bei jährlichen Brutto-Einnahmen von weniger als 77.400 €

Die harten Fakten der Systemwahl.

Die 55er-Grenze:
Einbahnstraße oder Ausweg?​

Die Rückkehr in die GKV ist kein "Joker", den man jederzeit ziehen kann.

  • Bis 55: Rückkehr möglich durch Gehaltssenkung unter die Versicherungspflichtgrenze oder Aufgabe der Selbstständigkeit.

  • Ab 55: Der Weg zurück ist gesetzlich fast vollständig versperrt. Die PKV ist ab diesem Alter eine finale Entscheidung.

Beitragsstabilität 2026

Die GKV steht unter massivem Finanzdruck. Für 2026 werden Zusatzbeiträge von über 4,0 % sowie Leistungskürzungen prognostiziert. In der PKV hingegen hängt die Stabilität von Ihrem Tarif ab – gute Tarife fangen die medizinische Inflation durch hohe Altersrückstellungen auf.

Unser Fazit: Wann solltest du handeln?
Ein Systemwechsel lohnt sich für dich, wenn:
 
  1. Dein Einkommen dauerhaft über 77.400 € (Stand 2026) liegt, du selbstständig oder verbeamtet bist.

  2. Du Wert auf die bestmögliche medizinische Versorgung und garantierte Leistungen legst, die per Gesetz nicht gekürzt werden können.

  3. Du bereit bist, die gesparten Beiträge gegenüber der GKV für das Alter klug anzulegen.

PKV-Checkliste:
Ist dein Wunschtarif wirklich zukunftssicher?

Bevor du dich für einen Tarif entscheidest, solltest du diese 7 kritischen Punkte prüfen. Wenn du mehr als zwei Mal „Nein“ oder „Weiß nicht“ ankreuzt, ist das Risiko einer Leistungslücke oder Kostenfalle im Alter hoch.

1. Der Hilfsmittelkatalog 

Offener Katalog: Garantiert der Tarif die Erstattung von Hilfsmitteln (Rollstühle, Prothesen, Atemgeräte), auch wenn diese erst in 20 Jahren erfunden werden?

[ ] Ja     [ ] Nein     [ ] Weiß nicht​

 

​Achtung: geschlossene Kataloge leisten nur für das, was heute existiert (Status quo der GKV).

2. Stationäre Leistungen

Freie Krankenhauswahl: Können Sie auch in Spezialkliniken oder Privatkliniken gehen, die über den Höchstsatz der GKV hinaus abrechnen?

[ ] Ja     [ ] Nein     [ ] Weiß nicht​

 

Transportkosten: Werden auch Fahrten zum nächsten Spezialisten unbegrenzt übernommen?

[ ] Ja     [ ] Nein     [ ] Weiß nicht​

3. Zahnärztliche Leistungen

Material- und Laborkosten: Gibt es hierfür ein separates Preis-Leistungs-Verzeichnis (versteckte Kürzung) oder wird nach dem tatsächlichen Aufwand erstattet?

[ ] Ja     [ ] Nein     [ ] Weiß nicht​

 

Implantate: Ist die Anzahl der Implantate pro Kiefer begrenzt?

[ ] Ja     [ ] Nein     [ ] Weiß nicht​

4. Honorarsätze

Über die Höchstsätze hinaus: Leistet der Tarif auch über den 3,5-fachen Satz der Gebührenordnung (GOÄ/GOZ) hinaus?

[ ] Ja     [ ] Nein     [ ] Weiß nicht​

 

Wichtig, wenn du von echten Top-Spezialisten behandelt werden möchtest.

5. Psychotherapie

Sitzungsanzahl: Sind die Sitzungen pro Jahr begrenzt (z. B. auf 20 oder 30)? In einem echten Burnout-Fall reicht das oft nicht aus.

[ ] Ja     [ ] Nein     [ ] Weiß nicht​

6. Familie

Kinderkrankentagegeld: Leistet der Tarif eine Pauschale, wenn du wegen eines kranken Kindes nicht arbeiten kannst?

[ ] Ja     [ ] Nein     [ ] Weiß nicht​

7. Beitragsstabilität

Kennzahlen-Check: Liegt die Nettoverzinsung des Versicherers stabil über dem Marktschnitt und ist die RfB-Quote (Puffer für Erhöhungen) ausreichend hoch?

[ ] Ja     [ ] Nein     [ ] Weiß nicht​

Wir beantworten deine Fragen zur PKV​

In unserem ausführlichen FAQ beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um die Private Krankenversicherung – von Beiträgen und Leistungen bis hin zu Vorteilen und möglichen Nachteilen. Informiere dich und verschaffe dir einen umfassenden Überblick.

Unsicher, welcher Weg für dich der richtige ist?

Wir analysieren deine individuelle Situation und stellen eine anonyme Vorabanfrage bei den relevanten Versicherern. Auf dieser Basis kannst du entscheiden, ob ein Verbleib in der GKV sinnvoll ist oder ein Wechsel in die PKV für dich infrage kommt.

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