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Für wen sich die PKV wirklich lohnt

Die passende Krankenversicherung in jeder Lebenslage

Die Wahl zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung (PKV) hängt in Deutschland direkt von deinem beruflichen Status und deinem Einkommen ab. Das System unterscheidet klar, welche Berufsgruppen Zugang zur PKV haben und welche besonderen Vorteile dich dort erwarten.
 
Hier findest du eine Übersicht über die wichtigsten Berufsgruppen, ihre spezifischen Vorteile und Voraussetzungen für den Wechsel in die Private Krankenversicherung.

Wer kann sich privat versichern?

Nur Gutverdienern vorbehalten

Private Krankenversicherung für Angestellte

Wenn deine Karriere voranschreitet und dein Gehalt steigt, steigen automatisch auch deine Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung. Zunächst bist du in der GKV pflichtversichert. Erst wenn dein Einkommen die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) überschreitet, öffnet sich für dich die Möglichkeit, in die private Krankenversicherung zu wechseln und deinen Schutz individuell zu gestalten.

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG)

Der Wechsel in die PKV ist nur möglich, wenn dein jährliches Bruttoeinkommen die JAEG übersteigt (aktuell 2026: 77.400 Euro). Dieses Einkommen muss für mindestens 12 Monate überschritten sein.
 

Zu beachten: zur Einkommensgrenze zählen auch Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie vermögenswirksame Leistungen – vorausgesetzt, sie werden regelmäßig vom Arbeitgeber gezahlt. Die Jahresarbeitsentgeltgrenze wird zudem jedes Jahr an die allgemeine Lohnentwicklung angepasst. Diese Anpassung erfolgt durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Der Arbeitgeberzuschuss

Als Angestellter übernimmt dein Arbeitgeber bis zu 50 % deines PKV-Beitrags, maximal jedoch den Höchstzuschuss, der für GKV-Versicherte gilt (2026: 508,59 Euro plus die Hälfte deiner Pflegeversicherung). Dieser Zuschuss macht die PKV bei höheren Einkommen, verglichen mit der GKV, oft sogar zur finanziell günstigeren Alternative.

Die Krankentagegeldversicherung

In der PKV ist Krankentagegeld nicht automatisch enthalten und muss unbedingt als zusätzlicher Baustein abgeschlossen werden.
 

Tipp: Ab der 7. Woche zahlt dein Arbeitgeber keine Zuschüsse zur Kranken- und Rentenversicherung, deshalb sollten diese Kosten bei der Höhe des Krankentagegeldes mit einkalkuliert werden.

​Wann lohnt sich eine PKV für Angestellte?

Als Faustregel kann gelten: Eine private Krankenversicherung lohnt sich besonders für Angestellte mit hohem Einkommen, die in der GKV den Höchstsatz zahlen würden. Sie profitieren von besseren Leistungen, individueller Tarifwahl und häufig deutlich niedrigeren Beiträgen. 

Die volle Gestaltungsfreiheit

Private Krankenversicherung für
Selbstständige & Freiberufler

Für Selbstständige und Freiberufler gilt die PKV-Wahlfreiheit von Anfang an. Sie sind versicherungsfrei und können jederzeit in die private Krankenversicherung wechseln. 

Wechsel zurück in die GKV erschwert

Die Entscheidung für eine private Krankenversicherung sollte bewusst getroffen werden - sie ist in der Praxis unter bestimmten Voraussetzungen (z.B. Aufnahme eines versicherungspflichtigen Jobs) rückgängig zu machen. 

Unabhängigkeit von der Einkommensgrenze

Dein Einkommen spielt für die grundsätzliche Wechselberechtigung keine Rolle. Du kannst deinen Versicherungsschutz zu 100 % nach deinen individuellen Bedürfnissen gestalten – von der Chefarztbehandlung bis zur Höhe der Selbstbeteiligung.

100 % Beitragslast

Der größte Unterschied zu Angestellten: Du musst den gesamten Beitrag zur PKV selbst tragen, da du keinen Arbeitgeberzuschuss erhälst. Da Selbstständige kein gesetzliches Krankengeld erhalten, sichert das Krankentagegeld den Einkommensausfall bei längerer Krankheit ab. Dieses kann separat in passender Höhe versichert werden.

Wann lohnt sich eine PKV für Selbstständige & Freiberufler?

Als Faustregel kann gelten: Als Selbstständiger oder Freiberufler lohnt sich die private Krankenversicherung besonders, wenn du Wert auf starke Leistungen und planbare Beiträge legst. Da die PKV unabhängig vom Einkommen kalkuliert wird, können gut aufgestellte Selbstständige oft deutlich günstiger fahren als in der GKV – bei gleichzeitig hochwertigerer medizinischer Versorgung. 

Maximale staatliche Beihilfe

Private Krankenversicherung für
Beamte und Beamtenanwärter

Beamte sind die Zielgruppe, für die sich die PKV finanziell am meisten lohnt. Grund dafür ist die staatlich garantierte Beihilfe.

Beihilfe vom Dienstherren

Unabhängig vom Einkommen erhalten Beamte (auf Widerruf, Probe oder Lebenszeit) sowie deren Angehörige eine Beihilfe vom Dienstherrn, die 50 % bis 80 % der Krankheitskosten abdeckt.

Status
Beihilfe-Satz
PKV-Restkosten

Kinder

80 %
20 %

Pensionäre

70 %
30 %

Aktiv/Anwärter

50 %
50 %

Aufnahme trotz Vorerkrankungen

Für Beamtenanwärter und Beamte gibt es oft eine Öffnungsklausel, die unter gewissen Voraussetzungen eine garantierte Aufnahme in die PKV ermöglicht.

​Wann lohnt sich eine PKV für Beamte und Beamtenanwärter?

Als Faustregel kann gelten: Für Beamte & Anwärter ist die private Krankenversicherung fast immer die deutlich attraktivere Wahl. Durch die Beihilfe des Dienstherrn musst du nur die Restkosten tragen. Daher sind die Beiträge extrem niedrig bei gleichzeitig erstklassigen Leistungen. 

Verbindliche Wahl für die Studienzeit

Private Krankenversicherung für Studenten

Studenten stehen zu Beginn ihres Studiums vor einer einmaligen und bindenden Wahl zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung.

Einkommensgrenzen für Nebenjob & Praktikum​

Studenten in der PKV haben den großen Vorteil, dass für sie keine Einkommensgrenze gilt. Einzig der Beitrag zur Pflegeversicherung kann sich durch höhere Einkünfte erhöhen.

  • GKV-Studierende: Müssen in der Familienversicherung die 603-Euro-Grenze (Minijob) bzw. die 20-Stunden-Woche einhalten, um nicht selbst sozialversicherungspflichtig zu werden.

  • PKV-Studierende: Müssen lediglich die 20-Stunden-Woche einhalten, um eine allgemeine Sozialversicherungspflicht zu vermeiden.

Nach dem Studium

  • Angestellte unter JAEG: Du wirst automatisch gesetzlich pflichtversichert.

  • Angestellte über JAEG: Du bleibst in der PKV, wechselst aber in den Normaltarif.

  • Beamtenanwärter/Referendar: Der Studententarif kann problemlos in den günstigen Beamtenanwärter-Tarif umgewandelt werden.

  • Selbstständigkeit: Du bleibst in der PKV (Normaltarif).

3-Monats Frist

Grundsätzlich sind Studenten bis zum 25. Lebensjahr in der GKV pflichtversichert. Sie können sich jedoch innerhalb von drei Monaten nach Studienbeginn von dieser Pflicht befreien lassen, um in einen Studententarif der PKV zu wechseln.

Achtung: Diese Entscheidung ist unwiderruflich für die gesamte Dauer des Studiums.

Wann lohnt sich eine PKV für Studenten?

Als Faustregel kann gelten: Für Studenten, die noch in der gesetzlichen Familienversicherung sind, lohnt sich der Wechsel in die PKV nicht. Alle, die einen späteren Eintritt in die PKV planen, können sich durch den Abschluss einer Anwartschaftsversicherung den heutigen Gesundheitszustand für den späteren Einstieg in einen günstigen PKV-Tarif sichern. Damit entfällt auch eine zusätzliche Gesundheitsprüfung beim späteren Eintritt.

Keine Kostenfreiheit für Familienangehörige

Private Krankenversicherung für Kinder & Ehepartner

Die Absicherung von Familienangehörigen in der PKV erfordert eine sorgfältige Kosten-Nutzen-Analyse, da die kostenfreie Familienversicherung der GKV entfällt.

Kinder: Annahmepflicht und eigene Beiträge

  • Eigener Vertrag: Für jedes Kind muss ein eigener, moderater Beitrag gezahlt werden (ca. 100 bis 200 €/Monat, vor potentiellem AG-Zuschuss).

  • Garantierte Aufnahme: Bei der Geburt besteht eine Annahmepflicht der PKV ohne Gesundheitsprüfung, wenn ein Elternteil seit mehr als 3 Monaten privat versichert ist.

  • Beamtenkinder: Kinder von Beamten profitieren von sehr hohen Beihilfesätzen (meist 70-80 %).

Ehepartner: Einkommen entscheidet

Ehepartner, die nicht arbeiten oder nur geringfügig verdienen, benötigen in der PKV einen eigenen, vollwertigen Vertrag. Ist der Ehepartner in der GKV familienversicherbar (Einkommen unter der Geringfügigkeitsgrenze), kann dies ein Grund sein, die GKV zu bevorzugen.

Wann lohnt sich eine PKV für Kinder & Ehepartner?

Als Faustregel kann gelten: Die PKV ist die finanziell vorteilhafte Wahl, wenn beide Ehepartner hohe Einkommen erzielen oder einer der Ehepartner verbeamtet ist. Für große Familien oder wenn ein Partner kostenfrei in der GKV mitversicherbar wäre, ist die GKV oft die günstigere Option. Wäge daher stets den erhöhten Leistungsanspruch gegen die Mehrkosten pro Kopf ab.

FAQ zu den PKV-Berufsgruppen

Lohnt sich ein Wechsel in die PKV für dich?

Wir prüfen anhand deiner Lebenssituation ob du in die PKV wechseln kannst, welche Premium-Leistungen dir zustehen und ob sich dein Beitrag im Vergleich zur GKV verringern würde.

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