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Kosten, Berechnung & Stabilität
Beiträge in der Privaten Krankenversicherung
Die Kosten der Privaten Krankenversicherung (PKV) unterscheiden sich grundlegend von der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Hier erfährst du, wie sich dein Beitrag berechnet, welche Faktoren ihn beeinflussen und warum die PKV langfristig sogar stabiler ist.
Diese 4 Faktoren bestimmen deinen individuellen Beitrag
Eintrittsalter
Je jünger der Eintritt, desto geringer das Risiko für den Versicherer und desto günstiger der Beitrag.
Gesundheitszustand
Vorerkrankungen können zu Risikozuschlägen führen. Eine gute Gesundheit senkt die Kosten.
Leistungsumfang
Je umfangreicher die Leistungen (Chefarzt, Einzelzimmer etc.), desto höher der Beitrag.
Selbstbeteiligung
Eine höhere vertragliche Selbstbeteiligung senkt den monatlichen Zahlbeitrag.
Monatliche Kosten in der privaten Krankenversicherung
Kostenübersicht pro Berufsgruppe
Die tatsächlichen Beiträge sind individuell, doch diese Richtwerte (Basis-Tarife für 35-Jährige) geben dir eine erste Orientierung:
Berufsgruppe | Grobe monatliche Kosten | Wichtiger Hinweis zu den Beiträgen |
|---|---|---|
Angestellte | ab ca. 197 Euro (Arbeitnehmeranteil) | Der Arbeitgeber trägt max. 601,94 € (KV + PV) bei. |
Selbstständige | ab ca. 372 Euro (voller Beitrag) | Tragen den vollen Beitrag. Absicherung durch Krankentagegeld ist hier essenziell. |
Beamte | ab ca. 273 Euro | Stark reduziert durch die Beihilfe (mind. 50 % der Kosten übernimmt der Dienstherr). |
Familien | ab ca. 600 Euro (gesamt) | Kinder sind in der PKV günstig, aber nicht beitragsfrei versichert. |
PKV-Beiträge im Alter
In der PKV werden die Beiträge unabhängig vom Einkommen berechnet – und ja, im Alter können die Kosten höher sein als in der GKV. Dafür erhältst du aber auch deutlich bessere Leistungen und profitierst oft über viele Jahre von niedrigeren Beiträgen. Ein Teil dieser Ersparnisse sollte sinnvoll zurückgelegt werden.
Rückstellungen sichern deinen Beitrag
Ein wesentlicher Stabilitätsfaktor sind die Altersrückstellungen. Zwischen dem 22. und 61. Lebensjahr wird ein 10-prozentiger Beitragszuschlag erhoben. Dieses Kapital wird verzinslich angelegt, um die altersbedingten Mehrkosten im Ruhestand abzufedern und die Beiträge stabil zu halten.
Langfristige Beitragsstabilität: PKV vs. GKV
Die Sorge vor explodierenden Kosten im Alter ist ein häufiges Missverständnis. Studien zeigen, dass die PKV-Beiträge im Schnitt stabiler steigen als die GKV-Höchstbeiträge.
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PKV: Durchschnittlicher Anstieg 3,4 % pro Jahr (2004–2024).
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GKV-Höchstbeitrag: Durchschnittlicher Anstieg 3,9 % pro Jahr (2004–2024).
Bilanz-Check: Die Kennzahlen der Versicherer
Ein stabiler Beitrag im Alter hängt nicht vom Glück ab, sondern von der wirtschaftlichen Kraft des Versicherers. Du solltest auf folgende Kennzahlen hinweisen, die bei deinem Vergleich geprüft werden:
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RfB-Quote (Rückstellung für Beitragsrückerstattung): Wie viel Geld hat der Versicherer „auf der hohen Kante“, um künftige Beitragserhöhungen abzufedern?
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Eigenkapitalquote: Wie krisenfest ist das Unternehmen bei Marktschwankungen?
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Nettoverzinsung: Wie erfolgreich legt der Versicherer dein Geld für die Altersrückstellungen an?
Optionen um deine Kosten zu senken
Das kannst du tun
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Tarifwechselrecht nutzen: Wechsel innerhalb deiner Versicherungsgesellschaft in einen günstigeren Tarif mit vergleichbaren Leistungen. Deine angesparten Altersrückstellungen bleiben dabei vollständig erhalten.
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Selbstbeteiligung anpassen: Erhöhe deinen jährlichen Selbstbehalt, um den monatlichen Beitrag zu senken.
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Risikozuschläge überprüfen: Wenn Vorerkrankungen geheilt sind, kannst du eine Streichung des Zuschlags beantragen.
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